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Erinnerung an das Vergessen

Erinnerung an das Vergessen
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Wir befinden uns in der Kirche Sant’Apollinare Nuovo in Ravenna.
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Der Bau, dessen Bau nicht genau datiert werden kann, wurde Ende oder Anfang des 6. Jahrhunderts n. Chr. von Theoderich dem Großen (451/56–526) erbaut.
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Von den Mosaiken, die einst den gesamten Innenraum schmückten und aus der Zeit Theoderichs stammen, sind nur noch die Mosaike des Mittelschiffs erhalten.
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Nach der Eroberung Ravennas durch oströmische Truppen im Jahr 540 wurden die Bilder von Theoderich und seinen Höflingen in den 560er Jahren von Erzbischof Agnellus entfernt und durch Vorhänge ersetzt.
Theoderich ein Arianer. Diese galten als Ketzer und Erzbischof Agnellus versuchte, sie wieder für die katholische Kirche zu gewinnen.
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Wenn Sie sich mein Foto jedoch genau ansehen, werden Sie eine Hand erkennen.
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Bei der Verfluchung des Gedächtnisses (Damnatio memoriae) einer Person wird heute davon ausgegangen, dass erkennbar bleiben soll, dass etwas entfernt wurde.
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Das Verfluchen des Namens sollte nicht zum völligen Vergessen führen, vielmehr sollte die Erinnerung daran bewusst wach gehalten werden.
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Dass wir die Hand heute noch sehen, liegt also nicht an der Nachlässigkeit der Mosaikkünstler, sondern an der Absicht.
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Foto: Peter J. Spoerer © – Alle Rechte vorbehalten

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