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Berliner Hauptbahnhof. April 2024

Berliner Hauptbahnhof. April 2024
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Ich laufe vom Regierungsviertel Richtung Spree und blicke auf das Panorama des Berliner Hauptbahnhofs, das sich mir eröffnet.
Zu Fuß kann ich Entfernungen viel besser einschätzen und bin erstaunt, wie nah alles beieinander liegt.
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Normalerweise fahre ich mit der Bahn nach Berlin, statt mit dem Auto oder dem Flugzeug. Für die knapp über 500 km lange Strecke von München nach Berlin benötigt der Zug etwas mehr als 4 Stunden.
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Wenn ich am Hauptbahnhof ankomme, denke ich oft an meine Großeltern.
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Mein Großvater reiste während der Prohibition in den USA mit dem Schiff dorthin mit dem Ziel auszuwandern und um dort ein neues Leben zu beginnen.
Doch bald war er desillusioniert vom amerikanischen Traum, der für ihn einfach nicht wahr werden wollte.
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In den USA erinnerte er sich an die junge Frau, die er kurz vor seiner Abreise kennengelernt hatte und die sich unsterblich in ihn verliebt hatte.
Er beschloss schnell, nach Deutschland zurückzukehren und sie zu heiraten.
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Ihre Flitterwochen führten sie nach Potsdam und Berlin. Er, der inzwischen die Welt bereist hatte und nach seinem Aufenthalt in New York City wusste, wie man sich in großen Metropolen urban verhält, muss sehr stolz gewesen sein, seiner jungen, frisch verheirateten Frau diese lebendige Metropole zu zeigen.
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Außer dem Mädcheninternat, dem beschützenden Zuhause auf dem Land und der Tatsache, dass sie das einzige verwöhnte Kind war, hatte sie nicht allzu viel von der Welt gesehen.
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Sie war einfach überwältigt von dieser Stadt und den vielen Eindrücken.
Ich blättere oft in den Berlin-Ansichten, die die beiden als kleine Bücher für die Daheimgebliebenen mitgebracht haben und die mich als Kind immer fasziniert haben, wenn ich mit meinem Opa oder meiner Oma darin geblättert habe.
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Allerdings kamen meine Großeltern am Anhalter Bahnhof in Berlin an, von dem leider nur noch ein Teil des Portikus übrig ist.
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Berlin, eine Stadt, in der die lebendigen Bildern der Geschichte das aktuelle Erscheinungsbild vielschichtig überlagert.
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Foto: Peter J. Spoerer © – Alle Rechte vorbehalten

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